Geld verdienen an der Börse – es ist immer interessant zu sehen, wie in “Krisenzeiten” ein Post nach dem Anderen in den sozialen Medien erscheint hinsichtlich der katastrophalen Börsenstimmung reinflattert. Ich erhielt bereits am Mittwoch die ersten Fragen aus der Community und dem Freundes-/Bekanntenkreis, ob ein Verkauf der eigenen Aktien nun nicht ratsam wäre. 

In diesem Beitrag möchte ich dir gerne meine Sicht auf die vergangene Börsenwoche aufzeigen und verraten, wie man trotz der heftigen täglichen Verluste gut schlafen kann.

Auswirkungen Corona Virus Ausbruch auf die Börsen

Mitte Dezember 2019 wurden in der chinesischen Millionenstadt Wuhan die ersten Fälle eines unbekannten Virus festgestellt. Kurz darauf wurde ein Fischmarkt als Quelle für die Infizierung ausgemacht und entsprechend abgeriegelt. 

Am 31.12.2019 ging dann die erste Meldung bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein mit dem Hinweis, dass es sich weder um das bekannte Virus SARS handelt, noch um ein anderen bereits bekannten Virus.

Kurz darauf wurde die Stadt Wuhan komplett abgeriegelt und die Infizierung nahm ihren Lauf. Die Verbreitung geschieht verhältnismäßig schnell, Grund hierfür ist auch die sehr lange Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen. 

Google Trend Corona Virus Börse Korrektur

Das Interesse der Weltbevölkerung an Corona war jedoch bis Mitte/Ende Januar 2020 quasi nicht existent, zumindest wenn man sich die Suchanfragen in Google nach dem Begriff „Corona“ ansieht.

Nach und nach wurden dann internationale Fälle bekannt und die Menschen haben plötzlich realisiert, dass China doch nicht so weit weg ist wie anfangs gedacht. Zunehmend wurden nun auch Produktionsstopps in diversen Regionen in China verhängt. 

Was ist der Effekt von Corona auf die Weltwirtschaft? 

Stellt man die Produktion von China, die Werkbank der Welt, ein, kommt es ruckzuck zu globalen Einschnitten. Selbst ich, mit meinem kleinen Online-Shop auf der Suche nach neuen Produzenten, habe diese Sanktionen schnell gespürt. 

Mein Lieferant war nicht mehr in der Lage einfach Materialien wie Stoffe und Reißverschlüsse auf den Märkten zu erwerben… Für mich war es nicht weiter schlimm und in der Zwischenzeit konnten die Güter wieder erworben werden.

Wird jedoch der Nachschub bei Milliardenkonzernen knapp, münzt sich dies ruckzuck in bares Geld. Bei Apple bedeutet ein Monat Lieferausfall schnell ein Umsatzverlust in Höhe von 20 Mrd. USD und mehr.

So richtig wollte dies an den Börsen keiner wahrhaben bis zu dem Zeitpunkt, als der “Ausbruch” in Europa drohte, begonnen mit den ersten tödlichen Fällen in Mailand, Italien.

Wie wirkt sich dies auf die Börsen aus?

Die Börsen wollten die Existenz dieser Krankheit nicht wahrhaben, bis zur KW9 in 2020. Der amerikanische Dow Jones Industrial Index hat dann plötzlich den größten Sell-Off innerhalb einer Woche seit der Finanzkrise in 2008 aufs Parkett gelegt. Der Grund dafür? Klar, Corona – natürlich nicht das Bier, sondern der SARS-ähnliche (2002/2003) Virus.

Damit hat KW9/2020 garantiert einige Börsenrekord geknackt. Für mich ist das aber in Wahrheit nur ein gefundener Grund für die schon lange fällige Korrektur am Aktienmarkt.


S&P 500 Kursentwicklung Corona Virus Korrektur

Wer denkt, dass eine Kursrallye die wir seit Oktober 2019 bis Ende Januar 2020 (ca. +19% im S&P 500) an den Märkten gesehen haben, normal ist und sich in die Zukunft fortschreiben lässt, hat eigentlich keine Ahnung vom Investieren. 

Was wir hier aktuell sehen, ist ein aufgestauter Verkaufsdruck – die Börse atmet tief durch. Umso stärker der Kursanstieg war, umso stärker ist eben auch der Fall. Irgendeinen vermeindlicher Auslöser lässt sich dann immer für eine Korrektur finden, in vielen Fällen ist nicht einmal ein „rationaler Grund“, wie bspw. der Ausbruch eines Virus, notwendig. 

Mr. Market schlägt einfach irgendwann zu!

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Zitterst Du schon oder Chillst Du noch?

Ich hatte im ersten Teil meiner Reihe, erfolgreicher Vermögensaufbau an der Börse mittels ETF und Aktien, die wichtigste Komponente beim Vermögensaufbau dargestellt. Es ist weder die Wahl des richtigen Timings noch der richtigen Titeles ist das eigene Mindset.

Ein solides Mindset hilft jedem Anleger genau in diesen “Krisensituationen”, um derartige Markt-Anomalien einfach auszusitzen oder sogar im besten Fall nutzt für (Options-)Trades oder Nachkäufe. 

Jeder Investor MUSS sich daher unbedingt vor jedem Investment eine klare Strategie mit Zielen überlegen. 

Diese Strategie muss nicht unbedingt in Stein gemeißelt sein, jedoch sollte ein Abweichen von der Strategie ausschließlich erfolgen, wenn ein rationaler Entscheidungsprozess zu Grund liegt. Oft können jedoch genau in diesen Zeiten keine rationalen Entscheidungen getroffen werden, da wir von Emotionen statt von Hirn getriggert werden.

Ich kenne Deine Strategie nicht, ab in meinem Fall ist das Hauptziel meiner Investments: Die nachhaltige und zugleich steigende Generierung von Cash-Flows aus primär Dividende.

Mein Depot hat seit Anfang des Jahres genau das getan. Ich konnte per Ende Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine Steigerung meiner Dividenden-Einnahmen um über 25% erzielen

Dividenden Performance Februar 2020 YOY

Ja, es handelt sich zum diesem Zeitpunkt des Jahres noch um kleine Zahlen, weswegen sich eine eine kleinere absolute Veränderung entsprechend stark auf die prozentuale Veränderung auswirkt – dennoch ist das für mich die richtige Zielgröße und eben nicht der derzeitig Wertes meines Depots.

Wie hat sich mein Depotwert verhalten?

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würden, dass die Korrektur am Aktienmarkt an meinem Depot spurlos vorbeigegangen ist. 

Ganz im Gegenteil… Mein Depot wurde gleich doppelt getroffen. Ich habe einige Aktien die starke Verbindungen mit China aufweisen und zusätzlich einige Titel die direkt vom Preis des Öls abhängen. Der Ölpreis hat seit Jahresbeginn um über 30% nachgegeben. Für Shell (RDS.A), Valero Energy (VLO) und Helmerich Payne (HP) ist das natürlich fatal.

Der Marktwert meines Depots spielt für mich aber eine stark untergeordnete Rolle, da ich nicht vorhabe Titel zu verkaufen – sofern sie das tun was sie sollen und ihre Dividende bezahlen oder steigern.

Betrachtest Du deine Investments aus der richtigen Perspektive?

Nun zur Kernaussage des Beitrags. Ich verfasse diesen Beitrag natürlich nicht um das bereits extrem ausgelutschte Thema “Corona” oder “Börsen im Krisenmodus” abzuhandeln – dafür solltest Du mich mittlerweile gut genug kennen.

Ich möchte an diese Stelle jeden Investor, der bei diesem Rücksetzer bereits schlecht schlafen konnte, wachrütteln. Wir haben hier nach einer extremen Kursrallye einen Rücksetzer in der Spitze von (nur) rund 16% (S&P 500) gesehen. 

Ja, die täglichen Verluste in dieser kurzen Phase sind rekordverdächtig, aber daran kann man sich gewöhnen. Wenn so viel Geld wie derzeit im Umlauf ist und viele Menschen mit zittrigen Händen am Trading-Desk sitzen, ist das nicht wirklich überraschend.

Deshalb: Überleg dir gut was Deine Ziele beim Investieren sind. Deine Ziele müssen dabei auch überhaupt nicht mit meinen Zielen übereinstimmen. Wenn du kurzfristige Trades machen möchtest, ja wieso nicht. Es gibt extrem viele Strategien die lukrativ sein können an der Börse. 

Jeder der das Gegenteil behauptet und selbst meint er habe den heiligen Gral gefunden lügt.

Ich möchte dir hier auch keine Predigt darüber halten, welche Strategie Du auf keinen Fall handeln solltest. Du solltest jedoch eine Strategie wählen die zu Deinen Zielen passt und mit der Du gut schlafen kannst – auch wenn es den Markt mal etwas durchschüttelt. 

Was hat mich an dieser Korrektur überrascht?

Es gibt diverse unterschiedliche Güter die gegenseitig miteinander korrelieren. In meinem Beitrag zu meinen Gründen, weshalb ich nun doch in Kryptos investiere, habe ich eine kleine Korrelationsanalyse angefertigt.

In der Korrektur von KW9/2020 hat mich dabei etwas überrascht, wie sich sowohl die Kryptokurse (ich schaue primär auf den Bitcoin) als auch die Preise für Gold verhalten haben. 

Corona Crash S&P 500 Aktien Gold Bitcoin

Ich hätte nicht erwartet, dass der Bitcoin fast im selben Umfang nachgibt wie der Aktienmarkt. Persönlich wäre ich davon ausgegangen, dass in solchen Phasen der Bitcoin sich resistenter wie der Aktienmarkt zeigt – wieder etwas gelernt.

Sich jetzt auf die Suche nach einem Grund für der Wertverlust von Krypton zu machen, ist wahrscheinlich eher irrational. Irgendwas findet man garantiert immer was der Auslöser sein KÖNNTE. 

Meine Überlegung wäre jedoch, dass die Mining-Hoheit der digitalen Währung mit rund 66% der Rechenleistung aus China stammt. Wird das Land folglich von einer weitreichenden Krankheit getroffen, schürt das Unsicherheit. Dagegen spricht, dass ein Computer eigentlich nicht kranke werden kann…

Desweiteren war ich erschrocken, dass Gold am 28.02. auch ähnlich stark mit in die Knie gegangen ist. Klar, in Summe hat sich Gold relativ stark bewährt und weist im Gegensatz zum S&P ein kleines Plus von 2,5% auf seit 20.02.2020.

Ich hätte aber bei dieser leichten “Panik” eine deutlich größeren Anstieg erwartet als es das Edelmetall letztendlich an den Tag gelegt hat. 

Notfall Zinssenkung der FED

Neben dem Verhalten der Kryptowährungen bzw. des Bitcoins und von Gold, war ich sehr vom kurzfristigen Eingriff der US-Zentralbank überrascht. Die FED hat einen “Emergency-Cut” in die Wege geleitet und erstmals seit der Finanzkrise 2008 die Zinsen auf diesem Weg gesenkt. 

Genauer wurde die Zinsen um 50 Basispunkte bzw. 0,5% gesenkt. Auch für den April wird bereits eine weitere Senkung (vermutlich um 0,25%) erwartet.

Notfall Zinssenkung FED US Zentralbank Corona Virus 2020

Werden die historischen Notfall Zinssenkungen der US-Zentralbank betrachtet, ergeben sich kurzfristig (1 Monat) oft positive Kursentwicklungen. Darüber Hinaus werden die Kursentwicklungen aber zunehmend rot. 

Ich bin grundsätzlich kein großer Freund von historischen Betrachtungen. Dennoch zeugt dieses Verhalten definitiv von einer gegenwärtigen Unsicherheit. Also genau diese Eigenschaft, die Finanzmärkte nicht gerne haben.

Fazit

Das Corona-Virus hat die Börsen in Aufruhr gebracht und ist definitiv noch nicht abgehakt. Der Markt hat, meiner Meinung nach, relativ spät auf die Gefahr reagiert. Ich hätte schon früher eine Reaktion der Märkte erwartet – sie kam zwar etwas später aber dafür umso heftig.

Auch fundamental ist es hier nicht überraschend, dass Produktionsausfälle sich negativ auf die Firmen auswirkt. Apple macht bspw. über 20 Mrd. USD Umsatz pro Monat – ein Lieferausfall sorgt so schnell für entgangene Gewinn in Höhe von 5 Mrd. USD und mehr. Diese “Verluste” spiegeln sich natürlich auch direkt im Aktienkurs wieder plus eine zusätzliche Prämie für die gestiegene Unsicherheit. 

Ich Habe die Kursrücksetzer genutzt um kleinere Tranchen von eher konservativen Titeln zu kaufen.

Alles in Allem sollte sich jedoch keiner von den derzeitigen Turbulenzen beunruhigen lassen und das Marktgeschehen eher als Test für die eigene Krisenresistenz nutzen. 

Mein Tipp: Fokussiere dich auf Deine Strategie und Ziele.

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