Geld verdienen im Internet – Im zuletzt gepostet Beitrag habe ich die wesentlichen Merkmale die jeder beim Start eines Online-Shops berücksichtigen erläutert. Online Shops können eine tolle Möglichkeit sein eine zusätzliche Einkommensquelle aufzubauen, jedoch sollte man sich bewusst für ein gewisses Geschäftsmodell entscheiden und die Vor- & Nachteile kennen.

In diesem Beitrag möchte ich gerne meine Erfahrungen zum Geschäftsmodell FBA teilen. Ich betreibe mit zwei Geschäftspartnern nun seit einem halben Jahr einen eigenen FBA-Online-Shop. Wir haben uns im Bereich Outdoor & Sport positioniert.

Ich hatte im Vorfeld absolut keinen blassen Dunst davon, wie man einen eigenen FBA Business richtig betreibt und musste entsprechend alles von 0 auf lernen. Gerne teile ich meine Erfahrungen daher mit Dir!

Wies haben ich mich für FBA entschieden?

Die wohl wichtigste Entscheidung ist die Wahl des richtigen Geschäftsmodells. Hier kann man zwischen dem klassischen Online-Shop, FBA, Drop-Shipping bzw. Streckengeschäft und einem Done-For-You Shop unterscheiden.

Ich habe mich, gemeinsam mit meinen Geschäftspartnern, für das FBA-Geschäftsmodell entschieden. Diese Entscheidung fußt auf mehreren Kriterien.

Zunächst haben wir uns überlegt was überhaupt das Ziel des Vorhabens sein soll. In unserem Fall war das der Aufbau einer relativ schnell anlaufenden zusätzlichen Einnahmequelle

Zudem wollten wir uns auf unsere Produkte und deren Vertrieb konzentrieren. Wir hatten ehrlich gesagt keine Lust auf die Verwaltung des Lagers und die Abwicklung der Bestellungen

Die Amazon-Verkaufsplattform und der Angebote FBA-Service hatte für uns daher die meisten “Matches” mit unseren Zielen gehabt. Die Ramp-Up-Zeit ist relativ kurz und man hat von Beginn an eine unglaublich große Reichweite. 

Außerdem übernimmt Amazon für uns alle wesentlichen “Nebentätigkeiten” die beim Versandgeschäft anfallen – natürlich kostet das Ganze auch Marge. Wir nehmen den Einschnitt in die Profitabilität gerne hin und kaufen uns damit Zeit, um diese in die Optimierung des Vertriebs und der Produkte zu stecken.

Zudem soll das Business ortsunabhängig sein. Wenn ich nun aber hingehen muss und jeden Abend Pakete zum Versand vorbereiten muss, ist es definitiv alles andere als ortsunabhängig. Klar, es gibt auch noch andere Fulfilmet-Dienstleister um ein Hybrides-Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen aber das haben wir uns nicht zugetraut.

Darüberhinaus sind die Eintrittsbarrieren und der Kapitalbedarf noch relativ gering – das hat natürlich Vor- und Nachteile.

In Summe sind es die folgenden Faktoren die uns bei der Entscheidung vom FBA-Geschäftsmodell für unseren Online-Shop überzeugt haben:

  • Skalierbarkeit
  • Ortsunabhängigkeit
  • Vollständiges outsourcing des Fulfiment-Prozesses
  • Geringe Ramp-Up Zeit

Wie viel Zeit kostet ein FBA-Online-Shop?

Ein weiterer wesentlicher Faktor der über den Wert einer Einkommensquelle bestimmt, ist der zugrundeliegende Zeitaufwand, um die Einkommensquelle aufrecht zu halten. Schließlich ist der Sinn und Zweck sich nicht unverhältnismäßig viel Aufwand einzukaufen mit einem Online-Shop, sondern eben ein weitere Einkommensquelle mit vertretbarem Aufwand.

Ich hatte mir das Ganze so vorgestellt, dass man auf Grund des hohen Outsourcing-Grades an Amazon einen FBA-Shop mit wenig Zeitaufwand betreiben kann. Sobald alles steht, so war zumindest der Plan 😅, sollte der FBA-Shop zunehmend zu einem “passiven” Einkommen werden.

Mittlerweile habe ich aber gelernt, dass dieser Gedanke überwiegend eine Utopie ist. Speziell in der Anfangsphase ist sehr viel Aufwand notwendig. Insbesondere die komplette Produktentwicklung und -beschaffung kostet wirklich viel Zeit, das kann man sich oft gar nicht im Vorfeld vorstellen. Okay vielleicht haben wir auch besonders hohe Ansprüche, aber mit einem 0815-Produkt wird man langfristig auch kein Erfolg haben… 

Wir hatten bzw. haben den Anspruch an uns selbst, dass wir richtig starke eigene Produkte entwickeln wollten. Dazu gehört nicht nur eine tolle Idee zu haben, sondern man muss seinem Lieferanten einen wirklich sehr genauen Plan an die Hand geben.

Dazu gehört eben auch bspw. das Design des Produkts oder die Materialzusammensetzung. In diesem Bereich hatte wir zwar immer eine grobe Vorstellung, wenn es dann aber richtig ins Detail geht stößt man schnell an seine Grenzen.

Die Folge ist, dass einige Sample-Runden gedreht werden müssen. Diese kosten nicht nur Zeit, sondern eben auch Geld. Im Schnitt kann man für die Fertigung eines Samples mit ca. 50$ rechnen + Versand nach DE, was nochmals ca. 50 – 100$ sind. 

Wir ein Produkt also bspw. In 2 Farbvarianten und 2 Optionen gefertigt ist man schnell bei 300-500$ pro Samplerunde – das kommt auch ganz auf die Kulanz des Produzenten an.

Außerdem merkt man erst bei der Besprechung des Produkts mit dem Lieferanten wie schwierig es zum Teil ist sich über das (Video-)Telefonat detailliert auszudrücken… Hier muss man sich oft mit Händen und Füßen ausdrücken 🙄

Ich könnte an dieser Stelle noch unzählige Stories erzählen. In Summe kann ich aber sagen, dass der Betrieb und insbesondere der Start eines FBA-Online-Shops locker ein 40-60h pro Woche Job ist und nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte. Von passivem Einkommen ist das Ganze dann aber weit entfernt. 

Wenn man nach dem ganzen Start-Aufwand aber in den Genuss kommt, ein (paar) gut laufende(s) Produkt(e) an den Start gebracht zu haben, kann es sehr viel Spaß machen. In diesem Fall muss man lediglich die Werbung ab und zu nachjustieren. 

Wenn Du auf der Suche nach einem Schnell-Reich-Werden-Geschäftsmodell bist, ist der Aufbau eines nachhaltig erfolgreichen FBA-Online-Shops NICHT die richtige Wahl!

Bevor wir zum nächsten Punkt kommen – hast Du schon den FIRE Newsletter abonniert? Falls nicht, trag Dich hier ein und Du erhältst regelmäßig exklusive FIRE-Tipps für Deine finanzielle Freiheit von mir.

Natürlich kostenlos und ohne nervige Werbung – Dein Datenschutz ist mir sehr wichtig!

Wie sieht der Ertrag im Verhältnis zum Aufwand aus?

Wie zuvor geschrieben hat man eine starke asymmetrie zwischen Aufwand und Ertrag in der Anfangsphase des Shops. Bis die richtigen Produkte entwickelt, bestellt und vernünftig im Shop dargestellt sind vergeht sehr viel Zeit. 

Zeitaufwand und Ertrag FBA Online Shop FIRE lifestyle

Neben dem Zeitaufwand ist auch der Kapitalbedarf nicht zu unterschätzen. Um dir eine kleine Vorstellung zu geben: allein für vernünftige Produktfotos kommt man schnell auf >500€. Zudem ist es witzlos sich bspw. 100-200 Stück von einem Produkt aus dem (fernen) Ausland importieren zu lassen, wenn diese innerhalb von wenigen Tagen ausverkauft sein können. 

Es hilft definitiv einiges an Research zu betreiben und es gibt auch Tage an denen man 20/30 und mehr Verkäufe eines Produktes tätigt – da schrumpft der Bestand ganz schön schnell.

Auf der einen Seite ist es toll, das eigene Produkt schnell abzuverkaufen, jedoch ist die Folge, dass man schnell im Ranking bei Amazon abrutscht, wenn man ausverkauft ist und man wieder fast bei 0 startet sobald man neue Ware erhalten hat.

Übersteht man aber ca. die ersten 6 – 12 Monate und man findet eines oder mehrere solide Produkte in einer Nische mit hohem Umsatz, kann der FBA-Online-Shop schnell zu einer Art von “passivem Einkommen” werden.  

Ich denke das ist der übliche Prozess, wenn man ein Business startet. Der Anfang ist oder muss immer schwer sein, sonst würde es ja jeder machen. Nur wer hier durchhält kommt in den Genuss die Früchte zu ernten. Deshalb möchte ich an dieser Stelle nochmal betonen, wie wichtig es ist hier hartnäckig zu bleiben und diese Eigenschaft von Anfang an im Hinterkopf zu haben.

Denke jetzt bitte nicht, dass es bei dir anders sein wird… warum sollte es auch?

Kann man dieses Geschäftsmodell als Nebenjob umsetzen?

Dazu kann ich folgendes sagen. Wir sind aktuell zu dritt und jeder investiert ca. 10 – 40 Stunden pro Woche in den FBA-Shop. In einer späteren Phase wird der Aufwand tendenziell ein Stück abnehmen

Spannend ist jedoch die Phase beim Start oder in der Zeit in der neue Produkte entwickelt werden. Hier kann der Zeitaufwand jenseits von 40 oder auch 80 Stunden pro Woche liegen. Jede Verzögerung wird sich auf den Umsatz auswirken. Natürlich kann man alles auch nebenher machen und zu gegebener Zeit. Der Verkauf wird sich dadurch aber auch immer weiter verzögern. Hier sollte man echt am Ball bleiben, um voran zu kommen.

Ich würde es einer einzelnen Person absolut nicht als Nebentätigkeit empfehlen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Du kurz- oder langfristig auf die Schnauze fallen wirst und ein teurer Trümmerhaufen übrig bleibt ist sehr hoch.

Wenn Du es dennoch als Nebenjob versuchen möchtest, solltest Du mindestens einen weiteren Geschäftspartner/ Geschäftspartnerin haben. Ihr solltet beide willig sein die extra Meilen zu gehen und zwischenzeitliche Spurts hinlegen zu können. Eventuell müssen dabei auch mal Telefonate während deiner üblichen Arbeitszeit geführt werden, eine gewisse Flexibilität bei der primären Beschäftigung ist daher sehr von Vorteil.

Lohnt es sich einen bestehenden FBA Online-Shop zu kaufen?

Eine der wohl zentralsten Fragestellungen als Unternehmer ist wohl diese:
Make or Buy?

Also lege ich selbst Hand an oder kaufe ich mir einfach etwas ein. Die Frage ist eigentlich nichts weiteres als welche Ressource eingesetzt werden soll, um ein gewisses Ziel zu erreichen. Bei den Ressourcen handelt es sich bei “Make” primär um ZEIT und bei “Buy” offensichtlich um GELD.

Entsprechend kann man ein FBA Online-Shop selbst von 0 auf hochziehen mit viel Zeitaufwand und natürlich auch Geldaufwand, also “Make”, oder eben durch eine Akquisition einsteigen mit viel Geldaufwand und natürlich auf Zeitaufwand, also “Buy”.

Es ist definitiv eine berechtigte Fragestellung, die es sich lohnt zu durchdenken. Wie immer bei der Unternehmensbewertung kann man hier keine pauschale Antwort geben, wie viel ein bestehendes Business wert ist bzw. was es kostet dieses zu kaufen. Ein ganz grobe Daumenregel ist ein Multiplikator von 2x – 3x EBIT (Earnings Before Interest & Taxes – also der Gewinn vor Zinsen und Steuern). 

Ein Beispiel zur Bewertung des Kaufpreises eines FBA Online-Shops:

In der Praxis bedeutet dies, wenn ein Onlineshop 300.000€ Umsatz pro Jahr erwirtschaftet und eine EBIT-Marge von 33,333% erzielen kann fällt ein EBIT pro Jahr in Höhe von 100.000€ an. 

Legt man hier nun den eben gekannten Bewertungsspielraum von 2x – 3x EBIT an, ergibt sich eine Bewertung von 200.000€ – 300.000€. Das ist natürlich schon eine ganz schöne Hausnummer. Natürlich gibt es auch kleinere FBA Shops die gekauft werden können und entsprechend günstiger sind.

Was ich aber mit diesem Beispiel zeigen möchte ist, dass die Akquisition bzw. Übernahme eines bestehenden FBA-Business nicht ganz kostengünstig ist. Klar kann man sich auch Businesses suchen, die weniger profitabel sind und entsprechend günstiger bewertet werden.

Jedoch erzielt man folglich auch weniger Ertrag mit diesen Geschäften oder muss sogar noch viel selbst umstrukturieren, um die Profitabilität nach dem Erwerb zu steigern.

Hier hat man viel Gestaltungsspielraum. Meiner Erfahrung nach darf man aber niemals die Tatsache unterschätzen, dass man als Anfänger im Bereich FBA erstmal viel lernen muss.

Die FBA-Hacks oder Kniffe sind es, die einen guten FBA-Seller ausmachen. Diese Hacks und Kniffe lernt man nicht über das Schauen von 50 YouTube-Videos. Die meisten Hacks muss man selbst in seiner Niche mit den gegebenen Produkten herausfinden und sich einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz herausarbeiten.

Gerade als Anfänger ist man eben nicht sofort in der Lage diese Kniffe und Hacks zu erkennen und entsprechend umzusetzen. Folglich kann die Profitabilität ohne einen erfahrenen Geschäftspartner oder Coach realistisch betrachtet nicht schnell gesteigert werden.

Long-Story-Short: Die Akquisition eines bestehenden FBA-Business ist eine legitime Entscheidung, die definitiv ihre Berechtigung hat. Das finden eines passenden Shop hinsichtlich des Preises, der Produkte und Profitabilität ist oft keine einfach Aufgabe und gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Es gibt attraktive Targets, diese müssen aber gefunden werden – oft ist dieser Prozess jedoch mehr Zufall und man hört von jemandem der gehört hat, dass einer vielleicht sein Geschäft abgeben möchte. Ich denke Du verstehst was ich meine 🙂 

An dieser Stelle würde mich interessieren, ob ich zu der Möglichkeit einer FBA Online-Shop Akquisition mehr schreiben soll? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Schlüssel zum Erfolg

Nachdem Du nun ein ganz gutes Gefühl dafür haben solltest, weshalb ich mich im Bereich FBA ausprobiere, möchte ich dir abschließend noch eine Art “Hack” oder “Kniff” den ich feststellen konnte mit auf den Weg geben.

FBA Online-Shop Schlüssel zum ERfolg FIRE lifestyle

Der Reifegrad des FBA Marktes hat sich in den vergangenen Jahren ganz schön weiterentwickelt. Ich würde sagen bis 2016/2016 steckte FBA in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Das Blatt hat sich aber mittlerweile gewendet und die meisten Produktnischen sind mittlerweile schon gut besetzt.

Das soll nicht heißen, dass es keine Möglichkeiten mehr gibt. Zum Einen können Produkte immer noch besser werden, zum Anderen kann FBA auf ganz unterschiedlichen Qualitäts-Niveaus betrieben werden. 

Was aber für mich eindeutig ist, ist die Tatsache, dass die Get-Rich-Quick Zeit im Bereich FBA zu Ende ist, bis auf winzige Ausnahmen die sich aus gewissen kurzfristigen Trends ergeben, wie bspw. in Corona-Zeiten hinsichtlich Schutzartikel gegen die Pandemie.

Grundsätzlich werden aber ausschließlich nachhaltige FBA-Businesses langfristig erfolgreich und profitabel sein. Was ich damit meine ist, dass im ersten Schritt ein wirklich gutes und ausgereiftes Produkt unerlässlich ist. Anderenfalls fliegen dir als Shop-Betreiber die Retouren um die Ohren und deine Kunden werden vermutlich kein zweites Mal bei dir kaufen.

Neben einem ausgereiften Produkt muss viel Arbeit in den Aufbau einer Marke gesteckt werden. Diese Marke erlaubt es dir im extrem kompetitiven Amazon-Umfeld trotzdem gute und tendenziell höhere Preise zu erzielen als deine Konkurrenz.

Sowohl ein gutes Produkt als auch eine solide Marke entwickelt sich jedoch nicht von heute auf morgen. Das sind langfristige Prozesse und nur Erfahrung und Einsatz wird zum Ziel führen. 

Fazit

Die Kunden werden anspruchsvoller und viele Eigenschaften die dich vor wenigen Jahren noch völlig von deiner Konkurrenz abgehoben haben sind mittlerweile Standard geworden. 

Ich denke bei der Entscheidungsfindung, ob ein FBA Online-Shop eine potenzielle Einkommensquellen für dich ist/sein könnte, müssen die in diesem Beitrag aufgeführten Eigenschaften definitiv berücksichtigt werden. 

Sowohl der Faktor Zeit, als auch Geld sind hierbei die beiden zentralen Stellhebel

Ein erfolgreiches Geschäft wird sich tendenziell nicht innerhalb von wenigen Monaten auf die Beine stellen lassen – Go for the Long run! Glücklicherweise passt das zu meiner allgemeinen Investment Grundlage sehr gut.

Was hältst Du von Online Shops as Einkommensquelle und insbesondere von FBA-Shops?

Show CommentsClose Comments

Kommentieren

Sparplan