Geld verdienen an der Börse – am Ende eines Börsenjahres kommt der Tag auf den man das ganze Jahre bzw. die Vorjahre hingearbeitet hat. Die Hosen müssen runtergelassen werden und die nackte Wahrheit kommt ans Tageslicht.

Was bringt es sich permanent mit dem Thema Börse zu beschäftigen, Aktien zu analysieren bzw. Analysen zu lesen und das “Risiko” von Aktien auf sich zunehmen, wenn am Ende des Tages die Performance nicht stimmt?

Ich halte die regelmäßige Depot Auswertung meines Dividenden Aktien Depots für extrem wichtig aus mehreren Gründen. 

1. Die Performance im Vergleich zum Index – Ist man erneut weit vom Index entfernt, macht es eigentlich kaum Sinn viel Zeit in die eigene Geldanlage zu stecken. So hart es klingen mag, aber in diesem Fall fährt man besser damit, einen Index zu kaufen/zu besparen

2. Stärken und Schwächen aufdecken – Die Depotauswertung hilft einem dabei Stärken und Schwächen des einzelnen Handels zu erkennen. Waren die Käufe gut gewählt oder ein Schuss aus der Hüfte? Habe ich Kaufchancen verstreichen lassen? …

3. Motivation – Ich hatte vor kurzem einen Artikel mit 10 Tipps verfasst, um die Motivation für die finanzielle aufrecht zu erhalten. Für mich ist der Blick in den Rückspiegel, in diesem Fall der Blick auf die Depot-Performance, ein extrem wichtiger Punkt. Die Auswertung schafft Klarheit, kann Dir einen extremen Motivationsschub geben oder dem Schrecken ein Ende bereiten.

Aus diesen und weiteren Gründen sollte sich daher Jeder, der seine Finanzen in die eigene Hand nimmt, Zeit nehmen für eine ausführliche Auswertung des vergangenen Jahres.

Ich möchte Dir in diesem Beitrag die Kernaussagen bzw. Grafiken vorstellen, wie ich meine Performance tracke und analysiere.

Und natürlich beantworte ich auch die Fragen: Wie war meine Depot-Performance? Und: Habe ich den Index schlagen können? Lohnt es sich überhaupt weiter mit dem Aufbau meines Dividenden Depots auseinanderzusetzen?

Meine Top 15 Dividenden Aktien

Zunächst interessiert mich immer, welche Unternehmen mir tatsächlich wie viel Dividende ausbezahlt haben. Um ehrlich zu sein tracke ich diese Eigenschaft nicht unterjährig, da mir der Aufwand im Verhältnis zum Nutzen zu groß ist. 

In der Zwischenzeit haben sich bei mir einige Unternehmen (fast 50 Titel umfasst mein Dividenden-Depot) angesammelt. Entsprechend unübersichtlich können die permanenten Veränderungen sein.

Umso beeindruckender ist das Ergebnis dann am Ende des Jahres, wenn ich mir die Dividenden-Zahler im Detail ansehe.

Depot Auswertung Dividenden Aktien 2019 FIRE lifestyle

Dabei schaue ich mir an, welche Unternehmen wie viel zu meiner gesamten Jahres-Dividende beigetragen haben. 

2019 stand wieder Omega Healthcare Investors (OHI) ganz oben und ist für fast 10% meiner gesamten Dividende verantwortlich. Nach OHI folgen weitere Flaggschiffe meines Dividenden-Depots. Darunter u.a. meine deutschen Titel: Daimler, Amadeus Fire (diese Aktie bringt besonders viel Spaß), München Rück (MUV2) und Porsche (PAH3).

Fun Fact: Der Kauf von Porsche SE war meine erste Investition in Aktien. Ich habe den Titel bereits 2008, mit 15 Jahren gekauft. Damals noch über das Aktien-Depot von meinen Eltern. Die Porsche Aktie hat seitdem eine wilde und alles andere als glorreiche Zeit hinter sich. Auch wenn noch ein rotes Minus davor steht, sind die Learnings durch diesen Kauf aber unbezahlbar.

Zwischenzeitlich war ich fast 80% im Verlust, zu diesem Zeitpunkt habe ich nachgekauft und meine Position verdoppelt. Aktuell ist es einer der stärksten Auto-Werte in Deutschland. Ich liege aber immer noch hinten mit der Aktie. Ein Verkauf kommt für mich aber nicht in Frage, da es eben meine erste Aktie war.

Top 10 & Flop 2 Dividenden-Veränderungen

Die Betrachtung der Top-Dividenden-Zahler zeigt nur eine Seite der Medaille.

Ein gutes Dividenden-Depot hat für mich beides. Eine relativ hohe Ausschüttungsquote (Mein Zielwert: >3% Dividende) und zugleich ein solides Steigerungspotenzial (Mein Zielwert: Dividenden-Wachstum von >5%).

Daher ist es für mich auch extrem wichtig zu überprüfen, ob mein Depot diesen Kennzahlen entspricht. Aus diesem Grund schaue ich mir am Ende jeden Jahres an, wie sich die Dividende meiner Aktien entwickelt hat.

Top 10 und Flop 2 Dividenden Veränderungen-min

Dieses Jahr liegt meine gute alte Porsche Aktie an der Spitze des Rankings. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Dividende zwischenzeitlich sogar ganz gestrichen wurde im Zuge des VW-Dieselskandals. Daher ist mittlerweile natürlich wieder viel Luft nach oben.

Amadeus Fire (AAD) ist nicht nur mein 4. stärkster Dividenden-Zahler sondern auch mein 2. stärkster Dividenden-Steigerer. Insbesondere durch die kürzlich abgeschlossene Akquisition von COMCAVE, ein Anbieters für Fortbildungen, gehe ich hier auch zukünftig von solidem Wachstum aus.

Insgesamt habe ich 8 Titel, also fast 20% meines Portfolios, die erneut eine Steigerung von 10% und mehr erwirtschaftet haben. Das lässt sich absolut sehen.

Viel wichtiger als die Steigerungen von einzelnen Aktien ist für mich aber die Steigerungsrate des gesamten Depots. Im Durchschnitt wurde die Dividende um ca. 5,5% im Jahr 2019 zum Vorjahr gesteigert. Damit liege ich innerhalb meines Zielwertes von >5%.

Allerdings muss ich an dieser Stelle zugeben, dass ich GameStop in dieser Kalkulation nicht berücksichtigt habe. GME ist aktuell mein größtes Sorgenkind im Depot, da die Dividende nach der Auszahlung im 1. Quartal 2019 vollständig gestrichen wurde.

Die Geschäfte laufen schon seit geraumer Zeit sehr schleppend und auch für die Zukunft gibt es wenig Phantasie für Wachstum. Ich habe diese Aktie ganz oben auf meiner Beobachtungsliste und habe mir bereits einen Plan zurechtgelegt wie ich zukünftig mit diesem Wert umgehen werde.

Die Aktie ist in meinen Augen aktuell zu stark unterbewertet. Diese Tatsache macht sich auch das Management zu nutzen und kauft zunehmend die ausstehenden Aktien zurück. Das Rückkaufprogramm in Kombination mit dem anstehenden Release der neuen Spielekonsolen-Generation (PlayStation 5 und Xbox) sollte mittelfristig für steigende Kurse sorgen. 

Cash-Flow durch Dividende meiner Aktien

Jeder hat andere Ziele bei dem Vermögensaufbau bzw. der Vermögensverwaltung.

Mein Ziel ist es einen stetigen Cash-Flow durch “passives Einkommen” zu generieren, um eines Tages vollständig davon leben zu können.

Das Dividenden-Portfolio hat dabei eine tragende Rolle in meinem Konzept.

Von steigenden Kursen kann ich mir kein Mittagessen kaufen. Es sei denn, ich verkaufe Aktien und realisiere die aufgelaufenen Gewinne. Ist eine Aktie erst einmal verkauft, kann sie auch nicht mehr steigen – sie arbeitet nicht mehr für mich und hilft mir nicht mehr meine Ziele zu erreichen.

Daher ist es für mich extrem wichtig, dass mein Depot auch einen tatsächlichen und zugleich nachhaltigen Cash-Flow durch regelmäßige Dividenden-Ausschüttungen generiert. Sollte ich eines Tages vollständig von meinen passiven Einkünften leben wollen, ist es für mich sehr wichtig planbare Einkünfte zu generieren.

Daher schaue ich mir ebenfalls an, wie sich meine monatlichen Dividendenzahlungen im Zeitverlauf verändern. In der Grafik ist nach wie vor eine starke Schwankung der monatlichen Dividendenzahlungen erkennbar.

Speziell die Monate: Januar, Juli und Oktober hinken hinterher. Der April war 2019 ebenfalls schwach, jedoch wurden einige Ausschüttungen der deutschen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr erst im Mai getätigt. 

In Summe fühle ich mich immer wohler mit den anfallenden Dividenden. Jedoch schaue ich mir in Zukunft priorisiert Unternehmen an deren Zahlungen in meinen schwächeren Monaten ausgeführt werden.

Dieses Jahr neu in meiner Analyse ist die Grafik, die die Anzahl der Auszahlungen pro Monat darstellt.

In 2019 habe ich die Grenze von 200 Dividenden-Zahlungen überschritten (es waren 202). In Deutschland gibt es ca. 250 Handelstage an denen die Börse geöffnet ist bzw. ca. 250 reguläre Arbeitstage. Mit meinem aktuellen Wert decke ich somit bereits 80% ab.

Man könnte auch sagen, dass ich jeden Montag bis Donnerstag ein kleines “Gehalte” erhalte. Bislang ist der Freitag aber noch ohne Gehalt. Ziel ist es hier mittelfristig auf 250 Zahlungstermine zu kommen.

Ich muss also 50 “Jahres-Zahler”, 12 “Quartals-Zahler” oder 4 “Monats-Zahler” zukaufen.

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Top 5 & Flop 5 Aktienperformance

Neben der Dividenden-Entwicklung schaue ich mir auch die einzelnen Werte meines Depots genauer an. Da hier niemand eine riesige Excel-Tapete sehen möchte, habe ich die Top 5 & Flop 5 Performer dargestellt.

Von Flop kann man in diesem Jahr eigentlich nur bei GameStop sprechen. Das Geschäft läuft extrem zäh, die Dividende wurden 2019 komplett gestrichen und die Rufe nach einer möglichen Insolvenz werden lauter.

Entsprechend mies war auch die Kursperformance im Jahr 2019. Die Aktie gab mehr als die Hälfte des Wertes ab (-51,8%).

Platz 2, Pfizer, macht mir bei einem Minus von 10,2% keine Kopfschmerzen. Auch die drei weiteren Titel mit Kursrückgängen von -7% bis -4% bereiten mir kein Kopf zerbrechen.

Bis auf GameStop ist hier alles im Lot.

Wie sehen meine Top-Performer aus?

Eigentlich handelt es sich bei diesem Depot um ein reines Dividenden-Portfolio. 2017 habe ich mir aber dennoch eine kleine “Zocker-Position” in mein Depot gelegt in der Hoffnung, dass dem Social-Media-Giganten Facebook etwas Paroli geboten wird.

Snapchat bzw. Snap Inc. hatte ich mental bereits abgeschrieben nachdem der Aktienkurs zwischenzeitlich nahezu pulverisiert wurde. Doch siehe da, Totgeglaubte leben länger.

Die Aktie legte 2019 eine wahnsinnige Kurserholung aufs Parket und steigerte den Wert um fast 200%. Einziger Wermutstropfen: ich liege immer noch ca. 20% unter meinem Einstiegskurs.

Nun kommen wir zu meinen wahren Performance-Champions meines Dividendenportfolios.

Die Liste wird von einer weiteren Firma, die bereits Totgeglaubt war, angeführt. Der zweitgrößte Einzelhändler in den USA “Target”.

Nachdem der komplette Einzelhandel für Outdated erklärt wurde, da Amazon sowieso alles dominieren wird, hat sich Target mit einer Gegenoffensive gegen Amazon gewehrt. Der Einzelhändler hat im Bereich E-Commerce extrem aufgerüstet und siehe da, eine positive Gewinnmeldung nach der Anderen ist die Folge. Am Ende steht ein + von fast 90% auf dem Tacho.

Auch mein absolutes Depot-Flaggschiff: Apple hat sich erneut wahnsinnig stark gezeigt im Börsenjahr 2019 und steigerte seinen Wert um 86,2%. Dicht gefolgt von AmadeusFiRe mit 81,3%. Der Halbleiterhersteller Qualcomm liegt mit +55% ein gutes Stück dahinter, muss sich aber mit dieser Performance alles andere als verstecken.

Gesamtergebnis des Börsenjahres 2019

Auch wenn ich Eingangs erwähnt habe, dass für mich primär das Dividenden-Resultat am Ende des Jahres zählt, schaue ich mir natürlich dennoch die erzielte Gesamtrendite meines Portfolios an.

Auf Basis der Top 5 bzw. Flop 5 kann bereits erahnt werden, dass ein solides Plus am Ende des Jahrs erreicht wurde. Bei Instagram habe ich die Katze bereits aus dem Sack gelassen.

Im Jahr 2019 konnte mein Depot eine Gesamtrendite von 47,9% erzielen. Damit liege ich sowohl über der Rendite des DAX, S&P 500 und des Tech-Index Nasdaq.

Zu erwähnen ist hierbei, dass es sich dabei um die Gesamtrendite meines Dividenden-Depots als auch des Trading-Depots handelt. Ich habe 2019 zwar nur 4 Trades getätigt und liege in Summe nur wenige Prozent im Plus mit diesem Konto, dennoch wirkt sich die Trading-Rendite positiv auf die Gesamtrendite aus.

Abschließend gibt es noch die jährliche kumulative Dividende meines Dividenden-Depots. Nachdem ich 2017 die Dividende um 135% und 2018 um 28% steigern konnte, gelang mir 2019 im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 17%.

Bei einem beispielhaften Depot über 100.000€ und einer durchschnittlichen Dividenden-Rendite in Höhe von 4% würde dies bedeuten, dass 2018 durch Dividende 4.000€ generiert wurden und 2019 (+17%) bereits 4.680€.

Unschön ist natürlich, dass die relativen Wachstumszahlen immer geringer werden. Allerdings ist hierbei zu berücksichtigen, dass es natürlich viel einfacher ist die jährliche Dividende von 10€ auf 20€ (+100%) zu steigern als von 500€ auf 1.000€ (+100%).

Für 2020 erwarte ich sogar nur eine einstellige Steigerung, da nicht viel Geld in das Depot fließen wird. 2020 werde ich primär in andere Investitionen investieren von denen ich mir kurz- bis mittelfristig eine deutlich höhere Rendite erhoffe.

Eine der Hauptinvestitionen ist hierbei das im Dezember 2019 gestartete Fix & Flip-Projekt. Bei Instagram oder Twitter erhältst Du dazu regelmäßig Updates direkt von der Baustelle.

Fazit zur Depot Auswertung

2019 war ein extrem starkes Börsenjahr in jeglicher Hinsicht. Es war eigentlich schwieriger eine negative Performance zu erzielen, als eine solide Renditen zu erwirtschaften. 

Ich bin extrem froh, dass sich das “Risiko” von Investments in den Kapitalmarkt rentiert hat und mein Depot erneut stark gewachsen ist. Mir ist sehr wohl bewusst, dass es in diesem Tempo vermutlich nicht unendlich weitergehen kann und ein “Crash” jeden Tag eingeläutet werden kann.

Wer hoch steigt, kann tief fallen.

Es zeigt sich aber, dass es extrem sinnvoll ist in Tranchen zu investieren. In steige in den meisten Fällen über mind 2 oder sogar 3-4 Kauforders in eine Aktie ein bis ich meine Zielgröße aufgebaut habe.

Das perfekte Timing am Markt hat niemand. Glücksgriffe können immer dabei sein, aber genauso häufig ist man mal zu früh oder zu spät dran. Sparpläne für Aktien oder ETFs können des Investmentprozess noch emotionsloser machen.

Abschließend würde mich noch interessieren wie zufrieden Du mit dem letzten Börsenjahr warst?

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