Häufig höre ich diese Frage bzw. ähnliche Aussagen wenn ich von meinen Aktivitäten erzähle. Ich gebe den Leuten immer die selbe Antwort…

Die Passion ist der Schlüssel zum Erfolg

Ich kann die oben genannte Fragestellung absolut nachvollziehen. Wir werden in Deutschland bzw. in der westlichen Welt zu perfekten Angestellten erzogen und ausgebildet, die Finanzbildung hingegen ist i.d.R. nicht Teil des (Aus-)Bildungsplans. Die wichtigsten “Lehrer” für Finanzbildung sind die eigenen Eltern, wenn diese aber ebenfalls unsicher sind, werden die Sprösslinge meistens die selbe Einstellung zum Thema Geld und Finanzen “erben”.

Anders ist es aber, wenn man bspw. einen handwerklichen Beruf ausüben möchte. Eine Ausbildung zum Maler, Maurer oder Fliesenleger etc. zu absolvieren ist dann nämlich Pflicht, was auch gut so ist. Das Duale-Ausbildungssystem in Deutschland ist etwas einzigartiges auf der Welt und ist mitverantwortlich für unsere Fachkräfte im Land. Selbes gilt für einen Vermögensverwalter, Bäcker oder Friseur. Es macht ja auch absolut Sinn, gewisse Standards in Form einer Ausbildung/Studium zu setzen. Allerdings ist es für mich immer noch ein Rätsel, wieso keine Standards in der Schule/Universität für Finanzbildung gesetzt werden? Naja das ist ein anderes Thema…

Standards sind gut, aber keine Garantie

Trotz der Standards habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Ausbildung/das Studium allein niemanden befähigt in der jeweiligen Tätigkeit wirklich sehr gut zu sein. Ich habe bereits Friseurbesuche hinter mir, bei denen ich im Anschluss völlig unzufrieden war und mir am liebsten eine Glatze rasiert hätte, da die gewünschte Frisur überhaupt nicht umgesetzt wurde. Selbes gilt bspw. für Bankberatungen – ich habe selbst in einer Bank gearbeitet und mit vielen Beratern über deren privaten Anlagestrategien oder zumindest -Ansätze gesprochen. Allen war klar, dass es ein sehr wichtiges Thema ist und man sich darum kümmern muss. Die Wenigsten haben sich jedoch wirklich umfangreich um die eigenen Finanzen gekümmert, obwohl es eigentlich ihr täglich Brot ist. Für mich bedeutet das im Umkehrschluss, nur weil man einen Job erlernt hat und ausübt, heißt es nicht, dass man auch wirklich gut darin ist. Bei vielen Beratern war es so, dass dem Kunden primär immer das jeweilige Produkt positiv in der Beratung dargestellt wurde, welches aktuell auf der Liste zur Jahreszielerreichung ganz oben steht. In einem Monat sind es Bausparverträge, im nächsten Monat sind es Rentenversicherungen – so viel zum Thema „bedarfsgerechte und kundenorientierte Beratung“…

Ich habe mir dann immer die Frage gestellt: Wieso sollte mir jemand (aus Kundenperspektive gesprochen) Tipps oder eine Beratung für Versicherungen, Kredite oder sonstigen Investitionen geben, wenn die Person selbst nicht erfolgreich in den jeweiligen Kategorien ist bzw. selbst nur das nötigste bewerkstelligt und die jeweiligen Themen eher vernachlässigt als sie mit Leidenschaft zu bearbeiten? Das ist für mich ungefähr so, wie wenn mir ein rauchender Arzt erklärt, weshalb das Rauchen ungesund ist und man nicht rauchen sollte (Nein, ich rauche nicht…  für mich erschließt sich der Sinn dahinter nicht und ich halte diese lästige Angewohnheit für völlig irrational). 

Achtung: Ich möchte hier niemanden schlecht reden oder behaupten, dass Bankberater grundsätzlich schlecht sind. Vielmehr möchte ich darauf aufmerksam machen, dass eine Jobbezeichnung und eine Ausbildung allein keine Garantie für gute Leistungen sind.

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Doch was macht einen guten Banker, Arzt oder Friseur aus?

Den beschriebenen Personen fehlt immer eine entscheidende Eigenschaft: die Passion. Diese Personen sind zwar mit ihren Berufen beschäftigt und der Beruf bezahlt die Miete, doch viele werden durch den eigenen Beruf/ Tätigkeit nicht erfüllt. Meine Theorie ist: solange man keine Passion für etwas entwickeln kann, lohnt es sich auch nicht diese(n) Tätigkeit/Beruf dauerhaft auszuüben. Die Resultate werden immer mittelmäßig bis schlecht sein und die Freude, die einem die Tätigkeit bereitet, wird bei Plus/Minus Null liegen. Schlimmer noch… ich vertrete die Meinung, dass es eine Person sogar krank oder zumindest nicht glücklich macht etwas permanent zu tun wofür man keine Passion oder Leidenschaft hat. Für mich gibt es die Wohlstandskrankheit „Burn-Out“ nur, weil immer mehr Menschen eine Tätigkeit ausüben, worauf sie eigentlich gar keine Lust bzw. eben keine Passion haben. Diese permanente innerliche Unzufriedenheit führt mit einer hohen Wahrscheinlichkeit mittel- bis langfristig zu körperlichen und speziell psychischen Schäden.

Hinweis: Das ist jetzt keine empirisch validierte Aussagen von mir – vielmehr spiegelt dies meine Erfahrung bzw. Einschätzung wieder. Wie sonst soll man erklären, dass immer mehr Studenten sich bereits während des Studiums oder anschließend in den nachfolgenden Jobs quälen und bereits Anfang/Mitte 20 von Burn-Out betroffen sind. Auf der anderen Seite hingegen gibt es selbstständige Unternehmer oder auch Angestellte, die ihr Leben lang 60-80 Stunden pro Woche arbeiten und absolut glücklich sind. Deshalb bin ich persönlich davon überzeugt, dass jeder seine eigene Passion finden muss, um wirklich glücklich zu sein – Disziplin gehört natürlich auch dazu!

Wie siehst Du das?

Mich würde an dieser Stelle nun noch interessieren, ob Du meine Meinung nachvollziehen kannst, oder ob du denkst, dass ich völlig auf dem Holzweg bin. Ich würde mich riesig über Dein Feedback freuen, entweder hier in den Kommentaren, per Mail oder auf über andere Social Media-Kanäle.

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